Das feline Herpesvirus (FHV-1) ist eine der häufigsten Ursachen von Atemwegsinfektionen und Augenproblemen bei Katzen.

Herpesviren kommen beim Menschen vor (Fieberbläschen, Windpocken, Gürtelrose), wie auch bei allen untersuchten Wirbeltierarten, bis hinunter zu den Vögeln und Reptilien.
Allerdings sind Herpesviren häufig sehr wirtstreu: man braucht weder zu befürchten, sich selbst bei einer niesenden Katze anzustecken, noch sind Windpocken auf Katzen übertragbar.
Das feline Herpesvirus wurde zuerst in Hauskatzen nachgewiesen, bis man es auch aus einer Kolonie von Nebelpardern im Zoologischen Garten von St. Louis, USA, isolierte.

Die Eintrittspforten des Virus sind die Nase, der Mund und die Augen. Es vermehrt sich anfänglich in den Zellen der Schleimhäute und kann dann fortschreitend den Gaumen, die Rachenmandeln und die Luftröhre erreichen.
Eine Verbreitung im Organismus über den Blutstrom ist eher die Ausnahme und kommt nur bei Katzenwelpen vor. Während des Krankheitsverlaufs werden große Mengen von hochinfektiösem Virus mit dem Augen-, Nasen- und Rachensekret ausgeschieden. Bei einer Erstinfektion hält die Ausscheidung drei Wochen und länger nach Krankheitsbeginn an. Genesene Tiere sind zwar immun, bleiben es jedoch nicht sehr lange. Schon sechs Monate nach der Erstinfektion können Katzen erneut an feline Herpesvirus erkranken, wenn gleich unter sehr viel milderen Symptomen, da das feline Herpesvirus selbst nicht heilbar ist (vergleichbar mit dem Herpes beim Menschen).

Herpesviren umgehen das Immunsystem der Katze, indem sie rasch nach der Infektion in ein latentes Stadium (Ruhestadium) übergehen. Hierzu ziehen sich die Herpesviren in das Nervensystem der Katze zurück.
Bei Schwächung des Immunsystems durch Stress (Transport, Wohnungs-Wechsel, Narkose, Ausstellungen, Geburt, ...) kann das Herpesvirus aus seinem Ruhestadium reaktiviert werden und gelangt über die Nervenfasern wieder in die Bindehaut und Hornhaut des Auges. Durch die Vermehrung des Virus kommt es zur Zerstörung der befallenen Zellen.
Dies führt zu einer Entzündungsreaktion und Immunreaktion in der Bindehaut (Konjunktivitis) und Hornhaut (Keratitis).
Je nach Immunlage, kann die Katze mit der Virusinfektion selber fertig werden (selbstlimitierende Infektion) oder benötigt eine antivirale Therapie.

Folgen

Diagnose:

Die Stellung einer Diagnose ist bei einer akuten Herpesvirusinfektion meist möglich, da der Virus sich an der Augenoberfläche befindet und dort mittels PCR (Untersuchung auf Virus-DNA) nachgewiesen werden kann.
In chronischen Fällen ist der Nachweis des Herpesvirus schwierig, da sich dieser in das Nervensystem zurückzieht und an der Augenoberfläche nicht mehr nachweisbar ist.
Somit bleibt nur eine Verdachtsdiagnose aufgrund des Krankheitsverlaufes und der klinischen Symptome.

Therapie:

Die Therapie der akuten Herpesvirusinfektion am Auge umfasst eine Behandlung mit Virostatika (Medikamente, die das Virus in der Vermehrung hemmen) und Antibiotika, um eine bakterielle Sekundärinfektion zu verhindern.
Die Therapie der chronischen Herpeskeratitis und - Konjunktivitis zielt auf die chronische Entzündungs- und Immunreaktion ab und besteht meist aus lokaler entzündungshemmenden Augenpräparaten.
In Fällen, bei der die entzündungshemmende Therapie nicht zum Erfolg führt, ist eine chirurgische Abtragung (Keratektomie) notwendig.
Um Rezidive zu verhindern bzw. zu reduzieren, kann eine tägliche Behandlung mit L-Lysin-Präparate (wie z.B: Lysin HCL Pulver® oder Enisyl-F®) sinnvoll sein.

L-Lysin ist eine Aminosäure (Grundbaustein der Proteine).
Bei Verabreichung an Katzen mit feline Herpes-Infektion führt L-Lysin nachweislich zu einer wirksamen Herpesviren sind abhängig von Arginin, einer Aminosäure mit essentieller Bedeutung für die Entwicklung viralen Proteine.
L-Lysin steht in kompetitiven Wettbewerb mit Arginin und beinträchtig dadurch die Vermehrungsrate der Herpesviren und vermindert damit die Viruslast.



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