Vereinfacht ausgedrückt ist der Schmerz etwas unangenehmes.
Wissenschaftlich versteht man darunter eine komplexe Sinnesempfindung:
eine Erregung wird von Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) über
spezielle Nervenbahnen und den Zwischenhirn (Thalamus) an das
Zentralnervensystem (ZNS) weitergeleitet und führt zur
Schmerzwahrnehmung (Nozizeption).
Schmerzen sind eine lebenswichtige Sinneswahrnehmung. Sie treten immer dann auf, wenn mechanische, thermische (Hitze, Kälte, chemische oder elektrische Reize einen Schwellenwert überschreiten, es kommt zu einer Gewebeschädigung mit Freisetzung sogenannter Schmerzmediatoren und damit zur Auslösung von Schmerzimpulsen. Schmerzen entstehen also dann, wenn dem Organismus ein Schaden zugefügt wird, und sie stellen somit eine biologische Warnfunktion des Körpers dar; sie haben Schutzfunktion.
SchmerzartenDen Schmerz, als solches gibt es nicht, denn Schmerzen werden immer subjektiv empfunden und sind auch abhängig von der persönlichen Schmerzempfindung. Anhand verschiedener Kriterien wie Ursache und Störung, aber auch Entstehungsort und Dauer kann eine Schmerzeinteilung vorgenommen werden.
Akuter und chronischer Schmerz:Diese Unterteilung orientiert
sich hauptsächlich an der Dauer
der Schmerzen.
Der akute Schmerz
ist meist die Folge einer akuten Erkrankung oder Verletzung
(z.B. Schnitt in den Finger). Er dient als Warnsignal,
um den Körper vor weitergehenden Schäden zu schützen.
Schmerzen stellen die betroffene Region so lange ruhig, bis die
Heilung erfolgen konnte (Schutzreaktion). Akute Schmerzen sind
in der Regel also sinnvoll, da sie zur Lebenserhaltung dienen.
Hier ist die Schmerzdauer begrenzt, die Symptome klingen nach Beseitigung
der auslösenden Schädigung schnell ab. Der akute Schmerz ist
in der Regel gut lokalisierbar und in seinem Ausmaß von der
Reizintensität abhängig.
Chronische Schmerzen
halten hingegen länger als die Heilungszeit,
so dass ihre Warn- und Schutzfunktion verloren geht.
Hier hat der Schmerz keine sinnvolle Aufgabe mehr.
Es kommt zum Dauerschmerz (z.B. Arthrose, Tumorschmerz).
Durch einen ständigen Schmerzreiz steigt die Empfindlichkeit
der Nerven. Die Schmerzrezeptoren der Zellen erhöhen die
Empfindlichkeit und die Projektzone im Gehirn nimmt zu.
Es entsteht eine eigenständige Erkrankung!!
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Neben der Dauer des Schmerzens ist auch sein Entstehungsort ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung und Behandlung. Von somatischen Schmerzen spricht man, wenn die Schmerzempfindungen von Haut, Muskeln, Gelenken, Knochen oder dem Bindegewebe ausgehen. Der viszerale, also Eingeweideschmerz tritt hingegen u.a. bei der Dehnung der Bauchorgane, Spasmen der glatten Muskulatur, Mangeldurchblutung und entzündlichen Erkrankungen auf.
Neuropathische Schmerzen:Der neuropathische Schmerz ist auf Schädigungen des Nervensystems zurückzuführen, wie z.B. durch Amputation, Querschnittslähmung oder Virusinfektionen.
Schmerz und EntzündungEine häufige Schmerzursache sind Entzündungen. Die Entzündung ist eine typische Abwehrreaktion des Immunsystems auf schädigende Einflüsse. Auslöser können von außen wirkende Reize durch Krankheitserreger wie Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten sein, aber auch durch chemische Substanzen wie Säuren, physikalische Faktoren wie Temperatur oder Strahlung, mechanische Einflüsse wie Reibung, Druck oder Fremdkörper und vom Körperinneren wirkende, innere Reize wie sie z.B. bei dem Zerfall von Zellen bei bösartigen Tumoren auftreten. Ziel der Entzündung ist es hier, die weitere Ausbreitung der Schädigung zu hemmen, sie zu entschärfen, das Gewebe zu reinigen und somit die Voraussetzung für die Heilung zu schaffen.
Die EntzündungsreaktionDie bei der Entzündungsreaktion ablaufenden spezifischen
und unspezifischen Abwehrmechanismen des Immunsystems sind eng
miteinander verknüpft. Eine der stärksten entzündlichen
Reaktionen wird durch sogenannte Mastzellen vermittelt. Mastzellen
gehören zum unspezifischen Immunsystem. Sie enthalten Substanzen
wie Histamin, Serotonin, Heparin und verschiedene Enzyme, die als
Entzündungsmediatoren (= Entzündungsvermittler)
bezeichnet werden. Bei Kontakt mit einem Krankheitserreger
werden die Mastzellen aktiviert und schütten diese Substanzen aus.
Durch die Freisetzung dieser Stoffe werden die typischen Symptome
einer Entzündung hervorgerufen (Rötung, Schwellung,
Wärme, Schmerz und Funktionsstörung).
So erweitert Histamin die Blutgefäße,
wodurch sich das betroffene Gewebe rötet und erwärmt.
Darüber hinaus reizt Histamin die Nerven im Gewebe und
löst an dieser Stelle Schmerzen aus. Aufgrund einer erhöhten
Durchlässigkeit der Gefäßwand, die ebenfalls durch
die Entzündungsmediatoren hervorgerufen wird, tritt
eiweißhaltige Flüssigkeit (= Exsudat)
in das Gewebe ein. Die betroffene Region schwillt an
und es bildet sich ein Ödem.
Die verschiedenen
in den Mastzellen gespeicherten Enzyme bewirken die
Produktion weiterer
Entzündungsmediatoren
wie Prostaglandine, Leukotriene und Bradykinin (löst starke
Schmerzen aus), die ähnlich wirken wie Histamin und die
Entzündungsreaktion verstärken. Gleichzeitig wird
die Einwanderung von Fresszellen (Phagozyten) des
unspezifischen Immunsystems gefördert. Diese greifen
die körperfremden Zellen an und transportieren sie ab.
Daneben bewirken sie, dass weitere Stoffe wie die so
genannten "Akute-Phase-Proteine" freigesetzt werden,
die zu Symptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen
und Gewichtsverlust führen können.
Schmerzzustände sind für den Körper erlernbar, d.h. wiederholt auftretende Schmerzen führen zu intensiverem und längerem Schmerzempfinden, da die Schmerzschwelle herabgesetzt wird. Deshalb ist eine frühzeitige und ausreichende Schmerzbekämpfung mit Medikamenten wichtig.
Bei der Schmerzbekämpfung unterscheidet man:
Da schmerz- und entzündungshemmende Medikamente beim Mensch
so häufig eingesetzt werden, sind sie praktisch in jedem Haushalt
zu finden. So ist die Versuchung für den Tierbesitzer oft groß,
seinem Tier bei Schmerzen schnell selbst aus der Hausapotheke zu helfen.
Aber Vorsicht,
Vorsicht, Vorsicht!!!!!!!! Unsere Vierbeiner
sind keine kleinen Menschen!!!!!!!!!
Selbst die gutgemeinte
Säuglingsdosierung kann daher schlimme Folgen haben.
Alle Medikamente müssen - vergleichbar mit
Nahrungsmitteln - im Körper zerkleinert, abgebaut,
verstoffwechselt werden. Nur so können sie wieder
ausgeschieden werden, nachdem sie ihre Wirkung getan haben.
Geschieht dies nicht, häufen sie sich im Körper an,
können all ihre Nebenwirkungen frei entfalten und massive
Schädigungen und Vergiftungen zur Folge haben. Für
Abbau und Ausscheidung sind bestimmte Stoffwechselwege und
Enzyme notwendig, über die aber nicht jede Tierart
verfügt bzw. deren Aktivität sehr unterschiedlich
sein kann.
So können Medikamente, die beim Menschen
hervorragend helfen, beim Tier absolut kontraindiziert
sein und schlimmstenfalls zu bleibenden Schäden oder
gar zum Tod führen. Selbst zwischen Hund und Katze
gibt es gravierende Unterschiede so fehlt der Katze
beispielsweise die Möglichkeit ausreichend zu
Glucuronidierung (ein Stoffwechselweg, der in der
Leber stattfindet). Medikamente oder Substanzen,
die über diesen Stoffwechselweg ausgeschieden werden,
können somit für die Katze tödlich
sein z.B. Paracetamol, Teebaumöl.(mehr lesen: Der Katzenkiller..... das Teebaumöl)
Die
meistens Schmerzmittel die für den Menschen zugelassen
sind wie z.B.: Aspirin, Diclofenac, Indometacin sind in der
Lage den gesunden Gelenknorpel unseren Vierbeiner
zu zerstören! (chondrotoxisch)
Die Wirkung von Medikamenten ist von Eigenschaften
wie der Aufnahme, Verteilung und Bindung im Körper
abhängig von dem Abbau und der Ausscheidung. Auch hierbei gibt es
große tierartliche Unterschiede und Unterschiede
zum Menschen. Diese Unterschiede haben Einfluss auf die Dosierung
eines Arzneimittel, wie oft es am Tag genommen werden muss,
auf die Art der Nebenwirkungen und Verträglichkeit usw.
Neben den tierartlichen Unterschieden spielen innerhalb einer
Tierart auch das Alter des Tieres, das Geschlecht und sein
Gesundheitszustand (besonders Erkrankungen von Leber und Nieren)
eine ganz entscheidende Rolle. Nicht vergessen darf man auch,
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu berücksichtigen
und Gegenanzeigen zu beachten (z.B. andere Erkrankungen, Trächtigkeit.)
Sie sehen, wie kompliziert der wirkungsvolle Einsatz von
Medikamenten ist und wie viel Fachwissen und auch Erfahrung er voraussetzt.

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